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Handelstagebuch vom 24. Juni 2014

Allgemeine Markteinschätzung

Es war ein holpriger Handelsstart in die neue Handelswoche, welche bei gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten zunächst zu Beginn die Verkaufsseite dominieren ließ und dann über weite Strecken des Tages ein gemischtes Bild zeichnete. Der deutsche Aktienmarkt erlitt unmittelbar nach Eröffnung der Kasse temporär einen regelrechten Schwächeanfall, der ihn knapp 140 Punkte in die Knie zwang, bevor sich die Nachfrageseite wieder sammeln konnte und zumindest das „Schlimmste“ dieses Abschlags korrigierte. Als Ursache für diesen Rücksetzer vermuten wir eine Mischung aus Positionsbereinigung und schwacher europäischer, besonders französischer Konjunkturzahlen, welche die Nachfrageseite ausdünnte. Verstärkt durch ausgelöste Stop-Sell Orders, ging es nach 09:00 Uhr plötzlich kaskadenförmig südwärts.

Aus China kamen zu Wochenbeginn dagegen gute Zahlen, der HSBC-Einkaufsmanager-Index im Juni kletterte über die Schwelle von 50 und signalisierte damit wieder wirtschaftliche Expansion, womit die Erwartungen der Experten mit 49,7 deutlich übertroffen wurden. In den USA sahen wir ebenfalls gute Konjunkturdaten, doch beflügelten diese die Märkte kaum. Hier argumentierten Marktbeobachter mit der Meinung, dass diese nur ein moderates Wirtschaftswachstum anzeigen würden und das sei schließlich bekannt und liefere keine neuen Impulse.

FDAX

Weiterführende Einschätzung

Sehen wir uns die markt-, wie auch charttechnische Ausgangslage im FDAX an, dominiert hier bis jetzt eine neutrale Ausrichtung im Tageschartfenster, einhergehend mit einer Zunahme kritisch zu bewertender Indikationen. Übergeordnet bewegt sich der Future weiterhin innerhalb einer breit gefassten Konsolidierungszone, welche den Aufwärtstrend seit Mitte April derzeit deckelt. Im Zusammenhang mit dieser Konsolidierung flachte sich in den letzten Handelstagen die Markttechnik deutlich ab. Der Richtungsfilter in diesem Zeitfenster ist mittlerweile knapp auf short im set-up ausgerichtet, die Stärke ist fallend und weist uns eine auffällige negative Divergenz aus. Die Begrenzungen der Konsolidierungszone leiten sich aktuell in den Bereichen um 10.041 / 10.056 auf der Oberseite und um 9.877,50 / 9.868,50 im engeren Sinne, bzw. 9.837 im weiteren Sinne her. Mit einem gestrigen Tagestief bei 9.881 wurde folglich die Konsolidierungszone nahezu vollständig durchhandelt, per Schlusskurs mit 9.940,50 bewegt sich dagegen der FDAX mittig innerhalb der Konsolidierungszone.

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Mit Blick auf die eingetrübte technische Ausgangslage, liegt unser Augenmerk jetzt auf der oben genannten Untergrenze der laufenden Konsolidierungszone. Solange sich der FDAX oberhalb dieses Unterstützungsbandes bewegt, dominiert ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis und wir interpretieren den Markt übergeordnet als „trading neutral“. Wird diese untere Bereichsbegrenzung dagegen nachhaltig unterschritten (was wir auf Sicht der nächsten Handelstage für sehr wahrscheinlich halten), sollten Abschläge bis auf unter 9.800 folgen. Strategisch könnte sich im Anschluss an einen Bruch der unteren Bereichsbegrenzung dann wieder Nachfrage formieren, da anlagesuchendes Kapital unverändert durch die Märkte schwappt, aber kurzfristig ist ein Negativ-Szenario durchaus realistisch zu betrachten.

In der praktischen Konsequenz …

… ist der FDAX aktuell strategisch neutral. Noch können wir aus dem Kursverlaufsbild heraus keine konkreten Indikationen herleiten, welche eine weiterführende Indikation für sehr wahrscheinlich erachten lassen. Der Tageschart liefert erst neue weiterführende Indikationen, wenn die Überwindung der oberen Bereichsbegrenzung erfolgt (was wir aktuell für das am wenigsten wahrscheinliche Szenario erwarten), bzw. die untere Begrenzung unterschreitet (eine derzeit nicht unrealistische Entwicklungswahrscheinlichkeit). Innerhalb der Bereichsgrenzen fokussieren wir im Schwerpunkt auf kurze Bewegungsschübe, welche wir mit Hilfe unserer intraday-Handelsansätze angehen wollen.

Sehen wir uns die intraday relevanten Kursverläufe des FDAX an, lassen der 30 und 60 Minuten Chart Stabilisierungsansätze zu. In beiden Zeitfenstern liegen uns charttechnisch gültige Abwärtstrendlinien vor, welche eine Negativindikation abgrenzen, doch fällt auf, dass diese gestrige Entwicklung nicht mehr alle Indizien erfüllt, um als klare Abwärtstendenz in diesen Zeitfenstern durchzugehen. Die Abfolge: fallende Tiefs, fallende Hochs ist per gestern Nachmittag unterbrochen worden, die Markttechnik hellt sich in diesen Zeitfenstern auf besonders über die Stärkeentwicklung und der jeweilige Richtungsfilter flacht sich innerhalb seiner bisherigen Abwärtstendenz wieder leicht ab.

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Wir werden folglich heute Vormittag zunächst bevorzugt die Long-Seite angehen. So wie wir das Chartbild aktuell interpretieren, sollte der FDAX gute Chancen haben, die 9.980 wieder anzuhandeln, was auch den Bruch der intraday-Trendbegrenzung nach sich ziehen sollte. Wir werden innerhalb des Streams zeitnah auf unsere Einschätzung der Ausgangslage eingehen.

Bund-Future

Innerhalb des Tagescharts des Bund-Futures, verweisen wir auf drei aufeinanderfolgende Tagesmuster (von Donnerstag der Vorwoche bis einschließlich gestern), welche zumindest bisher die obere Bereichsbegrenzung der seit Mitte Mai gültigen Zwischenkonsolidierung im 146er Bereich bestätigen. Wir sahen in den letzten drei Handelstagen zwar zwei auffällige Durchstiche auf der Oberseite, am Ende des Tages führte diese Entwicklung jedoch immer wieder nur zu einer ausgeprägten Dochtbildung im Tagesmuster. Die Markttechnik interpretieren wir im Tageschart des FGBL dagegen weiterhin neutral bis positiv.

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Unsere Schlussfolgerung ist dennoch, dass sich die Konsolidierung vorerst fortsetzt, wobei sich die obere Bereichsbegrenzung als Hürde durchsetzen könnte / sollte.

So lässt aktuell auch der Stundenchart die Chance zu, dass der Kurs weiter nachgibt und in der Konsequenz eine untergeordnete Doppelspitze ausformt, mit Nackenlinie bei 145,66. Die Stärkeentwicklung im FGBL Stunden-Chart ist auffällig divergent, was diese Erwartungshaltung zunächst noch unterstützt.

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In der Konsequenz fokussieren wir im Bund-Future vorerst weiterhin auf weiter nachgebende Notierungen innerhalb der übergeordnet gültigen Konsolidierungszone.


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