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Block 3

MARKTTECHNIK

„Märkte sind reflexiv und damit nur sehr schwer prognostizierbar“

Wir unterscheiden grundsätzlich drei Theorien, mit denen versucht wird, das Verhalten der Anleger an den Börsen zu beurteilen und die Kursentwicklungen zu prognostizieren. Wir unterteilen diese Theorien in die Technische Marktanalyse, die Fundamentalanalyse und in die Portfolio- und Kapitalmarkttheorie. In diesem Ausbildungsblock werden wir uns im Schwerpunkt mit der Technischen Marktanalyse befassen, da diese unser Hauptanalyseinstrument im Trading ist. Der fundamentale Analyseansatz, als auch die Portfolio- und Kapitalmarkttheorie, eignen sich nicht für Handelsentscheidungen in den Zeitfenstern, in denen wir uns bewegen.

Die Fundamentalanalyse beruht in ihrem Kern darauf, grundsätzliche Faktoren und Entwicklungstendenzen, basierend auf der Ermittlung wirtschaftlicher Daten zu bewerten und daraus Prognosen für die Markt- und Kursentwicklung innerhalb ihres Theorierahmens abzuleiten. Hierbei liegt der Fokus auf Wirtschaftsdaten, welche geeignet sein könnten, einen Einfluss auf das Geschehen an den Vermögensmärkten zu nehmen, jedoch nicht primär selbst Ergebnis von Handlungen auf den Vermögensmärkten sind.

Die Portfolio- und Kapitalmarkttheorie entstammt ihrer Herangehensweise nach einem 100 prozentigen akademischen Umfeld. Im Unterschied zur technischen oder fundamentalen Marktanalysetheorie, werden hier keine quantitativen Prognosemöglichkeiten postuliert, sondern eher nur Normen zur Portfolio- und Vermögensanlagestruktur, um bei einer im Vorfeld klar definierten Risikostruktur einen höheren Ertrag erwirtschaften zu können. Oder aber auch umgekehrt: bei gegebenem Ertrag nur ein geringeres Risiko einzugehen.

Im Mittelpunkt unserer Analyseschulung steht die Technische Analyse. Wir sind überzeugte „Techniker“. Aber all die Jahre haben uns gelehrt, dass man auch dem technischen Handelsansatz sehr kritisch gegenübertreten muss, um die wirklichen Stärken, aber auch dessen Grenzen und Schwächen zu erkennen und zu verstehen. Auf keinen Fall dürfen wir diese Theorie ohne Prüfung und Hinterfragung zum Einsatz bringen. Wir greifen folglich nur sehr selektiv auf die Instrumentarien der Technischen Analyse zurück und stützen uns nur auf jene Teilbereiche, welche wir „verstanden“ haben. Der ungefilterte Einsatz von Regelwerken, Indikatoren oder Studien, ohne sich im Vorfeld wirklich intensiv mit diesen auseinandergesetzt zu haben, kann rasch zu Verlusten führen. Und hier beziehen wir uns auch ganz konkret auf beschreibende Vorgehensweisen in der Fachliteratur. Wie überall wird auch in diesem Bereich eine Menge Unsinn produziert, welcher den Verdacht aufkommen lässt, dass nicht alle beschriebenen Analyse- und Handlungsschritte in der Praxis wirklich jemals real erfolgreich zum Einsatz gebracht wurden. Also gilt auch hier: selektives Vorgehen ist Trumpf.


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