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Devisenkommentar 18. Mai 2012

EUR/USD – Währungspaar leidet massiv unter der sich weiter zuspitzenden Situation in Europa

Mit 1,2661 USD markierte am gestrigen Donnerstag Europas Gemeinschaftswährung ein neues Bewegungstief innerhalb des laufenden Trends und zeigte sich damit erneut schwächer, angesichts der nicht abreißen wollenden schlechten Nachrichten aus Europa. Aus technischer Sicht setzte sich damit der übergeordnete Abwärtstrend fort und spitze somit die markttechnisch bereits als überhitzt einzustufende Ausgangssituation weiter zu. Wir verweisen hierbei in erster Linie auf die Entwicklung der Schwungkraft, welche sich bereits im Extrembereich (überverkauft) bewegt, ohne dass wir auch nur eine Indikation vorliegen haben, welche auf einen möglichen, bevorstehenden Impulswechsel verweisen könnte.

Händler verwiesen zur Begründung der Entwicklung auf folgende, den Euro belastende Faktoren: (1) die anhaltende Unsicherheit im Zusammenhang mit der Zukunft Griechenlands und die hinzukommende Herabstufung der Bonität des Landes durch die US-Rating-Agentur Fitch. (2) Aufkommende Sorgen um das europäische Bankensystem. Neben den Griechen vertrauen immer weniger Spanier ihren Banken. Auch hier begann die Abhebung von Kapital. „Während der Abzug von Geldern in Griechenland nach der Ankündigung von Neuwahlen noch nachvollziehbar war, sind die neusten Nachrichten aus Spanien Besorgnis erregender“, hieß es gestern bei DJNW. Der gestrige Bankensturm auf die jüngst teilverstaatlichte Bankia löste im Handel Bedenken aus, ob der gesamte spanische Bankensektor in Gefahr ist. Völlig deplatziert wirkten da Erklärungen aus dem spanischen Finanzministerium, wonach es keinen „Banken-Ansturm“ gäbe und die Zukunft Bankias „glänzend“ sei. (3) Der Philadelphia-Fed-Index fiel am gestrigen Donnerstag überraschend unter den Erwartungen aus. Der als wichtiger Frühindikator für das Produzierende Gewerbe in den USA geltende Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank in Philadelphia ist im Mai auf minus 5,8 eingebrochen, während Volkswirte mit plus 9,3 gerechnet hatten. Wie es in einem Begleitkommentar von DJNW hieß, gab dieser Ausweis den Ängsten über eine Abschwächung der US-Konjunkturerholung neue Nahrung, zumal Werte unter Null auf eine Kontraktion hindeuten.

„Es bestehen weiter all diese Makrosorgen und die Leute fragen sich, ob sie auch auf die USA überschwappen werden“, sagte dazu gestern eine Experten von TCW Group gegenüber DJNW. „Europa wird eine sehr lange Zeit brauchen, um seine Probleme zu lösen.“

Fazit:

Unser Fazit bleibt damit insoweit gültig, wie wir dieses bereits am gestrigen Donnerstag formuliert hatten. Der EUR/USD Wechselkurs ist überverkauft, do dass eine Reaktion zunehmend wahrscheinlich ist. Sollten Verkaufspositionen bestehen, gilt es diese zu besichern, wir schlugen gestern sogar vor, diese besser noch aufzulösen und Gewinne möglichst zu realisieren. Im Hinblick auf Neu-Positionierungen fokussieren wir uns jetzt auf der Oberseite – wobei auch hier gilt: wir handeln auf der Kaufseite gegen (!) den dominanten Trend. Die anhaltend hohe Dynamik des Abwärtstrends erhöht das Risiko, dass sich eine Erholung rasch „totläuft“ und damit kurzfristig weitere Kursabschläge eintreten können. Das heißt somit konkret: Wenn Long-Positionen – dann nur intraday, mit einer engen Stopp-Kurs-Besicherung und einem knappen Kurs-Ziel auf der Oberseite.


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